Robin Dutt

Der DFB-Sportdirektor erläuterte seine sportinhaltliche Strategie, die unter anderem auf die Verbesserung des inhaltlichen Austausches zwischen den Instanzen abzielt.

Jörg Daniel

Moderierte gewohnt souverän und amüsant auch die diesjährige Verbandssportlehrer-Tagung

Referat Basisfußball

Paul Schomann präsentierte gemeinsam mit Wolfgang Möbius (sitzend) aktuelles aus dem Bereich Baisfußball.

Stützpunktkoordinatoren

Gruppenbild der DFB-Stützpunktkoordinatoren vor dem Fußball der Sportschule in Kaiserau

Praxisinhalte

Daniel Niedzkowski (3.v.l.) präsentierte Übungsbeispiele zur Verletzungsprävention, die im Aufwärmen Anwendung finden können.

DFB U15-Junioren

Für Trainer Frank Engel geht es bei seinen Maßnahmen um die Spielerentwicklung und nicht primär um Ergebnisse.

DFB U18-Junioren

Horst Hrubesch berichtete von seiner spiel- und charakterstarken U18, was sich besonders auf der Länderspielreise nach Israel gezeigt hat.

DFB U20-Junioren

Frank Wormuth verdeutlichte seine Philosophie an detaillierten Trainingsbeispielen zur Spieleröffnung.

DFB U21-Junioren

Das Team von Rainer Adrion hat 2012 souverän die Qualifikation zur EURO, die vom 5. bis zum 18. Juni 2013 in Israel stattfindet, geschafft.

News

Verbandssportlehrer-Tagung 2013

Die diesjährige Trainertagung fand vom 15. bis zum 17. Januar im SportCentrum Kamen-Kaiserau statt. An der alljährlich durchgeführten Veranstaltung nehmen alle Verbandssportlehrer, DFB-Stützpunktkoordinatoren sowie DFB-Trainer teil. Die Tagung dient neben dem Informationsaustausch und der Fortbildung quasi als Jahresabschlussveranstaltung, auf der auf das abgelaufene Jahr 2012 zurückgeblickt wird. Neben dieser Retrospektive gilt es aber auch, den Blick nach vorne zu richten und Ideen und Strategien für neue Aufgaben zu entwickeln. Hier der chronologische Ablauf der Tagung/Referate:

Prof. Oliver Höner: Entscheidungshandeln im Fußball

Prof. Höner ordnete das Entscheidungshandeln in ein Modell der Spielleistung ein und stellte mit einer sportpsychologischen Betrachtung Faktoren und kognitive Anforderungen heraus, die im Training systematisch geschult werden können. Prof. Höner hat dieses Thema auch dem ITK 2012 behandelt. Diesen Vortrag können Sie hier nachlesen.  

Ulf Schott: Aktueller Stand und Ausblick Nachwuchsförderung
Ulf Schott hat am 1. Juni 2012 die Leitung der Direktion Jugend, Spielbetrieb, Trainerwesen, Internationale Kooperationen, Talentförderung und Schule beim DFB übernommen. In seinem Vortrag zog er u.a. eine positive Bilanz nach 15 Jahren Talentförderung und konnte auf viele erfolgreiche Nationalspieler verweisen, die das Talentfördersystem durchlaufen haben. Der sportliche Erfolg des Talentfördersystems ist zudem in der 1. und 2. Bundesliga spürbar, wo sich immer mehr junge Spieler Stammplätze erkämpft haben. Die Strukturen der deutschen Talentförderung werden mittlerweile auch von einigen unserer europäischen Nachbarn kopiert. Ein deutlicher Beleg für die sehr gute Arbeit in diesem Bereich.

Wolfgang Staab: Junior Coach
Wolfgang Staab ist DFB-Abteilungsleiter Schulfußball und in dieser Funktion auch zuständig für die Erweiterung/Verbesserung des Angebots an Grundschulen. Die neue DFB-Kampagne ‚Junior Coach’ hat zum Ziel, Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren für eine solche Lizenz zu gewinnen. Mit dieser sollen sie befähigt werden, an Nachmittagen Fußballinhalte an Grundschulen zu vermitteln. Dabei können dies die Grundschulen sein, an denen sie auch selbst zur Schule gegangen sind, da sie dort mit den Lehrern und der vorhandenen Infrastruktur bestens vertraut sind. Mehr zum Junior Coach finden Sie hier.  

Paul Schomann/Wolfgang Möbius: Neues aus dem Bereich Basisfußball
Auch im abgelaufenen Jahr 2012 sind wieder viele Maßnahmen in den Vereinen durchgeführt worden. Über 1.000 DFB-Kurzschulungen haben mittlerweile stattgefunden und das DFB-Mobil hat bereits über 100.000 Trainerinnen und Trainer erreicht. Das Internetangebot von Training und Wissen online (TWO) wurde durch Spezialthemen, die durch Verbandssportlehrer bedient wurden, ausgeweitet und der Bereich training online durch TactX-Animationen. Das erste Online-Seminar von DFB-Trainer Ralf Peter war ebenfalls ein großer Erfolg, das bisher schon von über 15.000 Usern genutzt wurde. Das Ziel muss auch weiterhin sein, Trainer auf dieser Ebene zu qualifizieren, um damit auch sportlichen Spätentwicklern so lange wie möglich eine optimale Förderung zukommen lassen zu können.

Christian Klein: Verletzungen und deren Prävention im Fußball (Theorie)
Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Ruhr-Universität Bochum verwies in seinem Vortrag auf die hohe Verletzungsrate bei Oberschenkel, Knie und Sprunggelenk. Durch die steigenden Laufleistungen der Spieler in den letzten Jahren sowie die Erhöhung der Anzahl der Sprints pro Spiel ist auch die Verletzungsanfälligkeit der Spieler gestiegen. Eine Möglichkeit der Reduzierung von Verletzungen ist nach Klein die Sensibilisierung der Spieler für Bewegungsabläufe. Dazu gehören insbesondere Landetechniken und die Vermeidung von übertriebenem Einsatz in torungefährlichen Räumen.

Daniel Niedzkowski: Praktische Umsetzung präventiver Maßnahmen am Beispiel von Aufwärmroutinen (Praxis)
Der Mitarbeiter der Hennes-Weisweiler-Akademie stellte in der Sporthalle Übungen vor, die zum einen die Stabilität erhöhen – und damit die Verletzungsanfälligkeit verringern – und zum anderen die Landetechniken verbessern. Angelehnt an der Core Performance von Marc Verstegen wurden zunächst Übungen ohne Ball gezeigt, ehe im zweiten Teil fußballspezifische Übungen hinzukamen. Diese sollten Fußballbewegungen, die zu Verletzungen führen können, simulieren und somit zur Bewusstmachung sensibler Bewegungsmuster beitragen.  

Horst Allmann: Schnelligkeitstraining im Fußball unter besonderer Berücksichtigung der Antrittsschnelligkeit
Der Vortrag von Horst Allmann hatte mit seinen vielen Anekdoten nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern der Referent konnte insbesondere mit detailliertem Fachwissen überzeugen. Allmann, Fußball Lehrer und erfolgreicher Leichtathletiktrainer, war lange Jahre der persönliche Fitnesscoach von Jürgen Klinsmann. Er betonte zunächst, dass im Kindes- und Jugendalter die strukturelle Fähigkeit der späteren Sprintkraft gelegt wird. Das macht es erforderlich, mit Kindern zwischen 6 und 12 Jahren schnelligkeitsorientiertes Training durchzuführen. Grund: Die sogenannten Intermediärfasern, also die Fasern, die genetisch weder den schnellen noch den langsamen Fasern zuzuordnen sind, sind nur in diesem Altersbereich beeinflussbar! Wird hier ein Training mit Schnelligkeitsreizen versäumt, entwickeln sich diese Fasern i.d.R. zu langsamen.


Trainiert werden können reaktive Sprungformen und moderate Sprungläufe ab 10 Jahren. Ab 12/13 Jahren bis 18 Jahren ist ein geführtes Maschinentraining sowie Langhanteltraining zu empfehlen. Danach ist nach Ansicht Allmanns die Langhantel das zu favorisierende Trainingsgerät. Literaturtipp: Kinder lernen Krafttraining

Ein Training, das auf die Verbesserung der Schnelligkeit abzielt, sollte vor allem Aspekte der Antrittsschnelligkeit beinhalten, da diese laut Allmann auch für die Endgeschwindigkeit maßgeblich ist! Sprints über 5 bis 10 Meter werden hier empfohlen. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Aussage Allmanns, dass für die Schnelligkeitsentwicklung das Üben mit maximaler Geschwindigkeit kontraproduktiv ist. Vielmehr soll der Sprint in seine Teilaspekte aufgegliedert und diese dann isoliert trainiert werden. Hinzukommt, dass nur Intensitätsvariationen einen Effekt haben, da das Training immer gleicher Abläufe sogar zu einer Verschlechterung der Sprintleistung führen kann. Empfohlen werden Läufe mit Sprunggelenks- oder Oberschenkelmanschetten sowie Läufe bergauf und bergab. Zugwiderstandsläufe jeder Art sind ebenfalls sinnvoll.

Berichte der DFB U-Trainer

U15-Trainer Frank Engel stellte heraus, dass in der Talententwicklung vor allem die Perspektivleistung maßgeblich ist, und zwar weit mehr als die Augenblicksleistung! In Sichtungslehrgängen erfolgt die Spielfähigkeitsprüfung der jungen Talente mittels vier Kriterien: Aktionen mit Ball, ohne Ball, Umschaltverhalten und Persönlichkeit.

Horst Hrubesch sieht den aktuellen Jahrgang der U18 als spiel- und charakterstark an. Auf Rückstände in Spielen zeigen die Spieler die richtige Reaktion und auch auf der Reise nach Israel haben sie ihr Land exzellent vertreten.

Die Spieler von Frank Wormuths U20 sollen neben internationalen Erfahrungen die DFB-Spielidee verinnerlichen und sich für die U21 empfehlen. In seinem Bericht verdeutlichte der DFB-Chefausbilder, wie bedeutend die Trainingsarbeit im Detail ist und wie er die Spieleröffnung im Training erarbeitet. Zu nennen sind hier die Schlagwörter ‚Linien überspielen’ sowie ‚Steil/Klatsch’. Ziel ist es, möglichst vertikal zu spielen, gleichzeitig aber die Sicherheit im Spiel nie zu verlieren.

Das Team von U21-Trainer Rainer Adrion hat im letzten Jahr eine sehr erfolgreiche EM-Qualifikation gespielt und darf sich auf die EURO in Israel freuen, die vom 5. bis 18.6.2013 stattfindet.  

Maik Halemeier: Arbeiten mit eBeam
Der Verbandssportlehrer aus Westfalen stellte mit eBeam ein mobiles Smartboard vor. Für den Einsatz braucht man einen Schulungsraum und eine Tafel, an der man die interaktive Lernwand mittels Magneten befestigen kann (an einer Steinwand können Powerstrips zum Einsatz kommen). Bearbeitete Videobilder können leicht gespeichert und individuelle Lösungen für die Lehrgangsteilnehmer auf einem Server abgelegt werden. Die Kosten für die Anschaffung liegen bei ungefähr 1000 Euro. Zum Vergleich: Ein Smartboard kostet etwa das Fünffache.  

DFB-Sportdirektor Robin Dutt: Zukünftige strategische Schwerpunkte
Den Abschluss der Tagung bildete der Vortrag von Robin Dutt. Einführend stellte der DFB-Sportdirektor fest, dass die A-Nationalmannschaft aktuell mit sechs bis acht anderen Teams um einen Halbfinalplatz bei großen Turnieren konkurriert. Wenn die Entwicklung im deutschen Fußball nach gleichem Muster weiterläuft, sind es in einigen Jahren womöglich sechs bis acht Mannschaften mehr, denn viele andere Länder haben begonnen, ihre Strukturen – gerade in der Talentförderung – zu verbessern. Wie können wir die gute Entwicklung im deutschen Fußball also weiter beschleunigen?



Das Verbundsystem des deutschen Fußballs bestehend aus den Landesverbänden, der DFL, den NLZ und einem starken Dachverband DFB ist einzigartig. Das Fachwissen, das in diesen Instanzen vorhanden ist, ist schier unerschöpflich. Wenn wir es schaffen, so Dutt, die Kommunikationen zwischen diesen Instanzen zu erhöhen und eine bessere Transparenz herzustellen, machen wir den nächsten Entwicklungsschritt, um dem großen Traum Titelgewinn näher zu kommen.
Diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zum Gedankenaustausch muss von allen Ebenen und handelnden Personen ‚gelebt’ werden. Dann hat am Ende jeder seinen ganz persönlichen Anteil an einem möglichen Titelgewinn.

 
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